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Hemer braucht Tempo: FDP-Fraktion hakt bei der „Hemer-Card“ nach

Die Einführung einer digitalen Bürger- und Regionalkarte – der „Hemer-Card“ – ist seit langem ein zentrales Anliegen der Freien Demokraten in Hemer.

FDP Hemer

Die Einführung einer digitalen Bürger- und Regionalkarte – der „Hemer-Card“ – ist seit langem ein zentrales Anliegen der Freien Demokraten in Hemer. Doch obwohl die Politik der Verwaltung bereits vor fast zwei Jahren einen klaren, einstimmigen Auftrag zur Ausarbeitung erteilt hat, herrscht seitdem Funkstille. Mit einer aktuellen Anfrage an den Bürgermeister für den kommenden Haupt- und Finanzausschuss fordert die FDP-Fraktion nun Antworten ein und macht Druck für die anstehenden Haushaltsberatungen 2027.

Rückblick: Bereits am 26. November 2024 hatte der zuständige Fachausschuss für Digitales einstimmig beschlossen, dass die Verwaltung gemeinsam mit Partnern wie der Sauerlandpark Hemer GmbH bis Ende 2025 ein Konzept samt Kostenschätzung zur Einführung der Hemer-Card vorlegen soll. Ziel war es, bereits für das Jahr 2026 eine fundierte Entscheidung treffen zu können.

„Dieser einstimmige Beschluss liegt nun fast zwei Jahre zurück, und die gesetzte Frist ist seit rund elf Monaten verstrichen – ohne Konzept, ohne Zahlen für den Haushalt und ohne einen einzigen Zwischenbericht zu den Gründen der Verzögerung“, kritisiert der FDP-Fraktionsvorsitzende Arne Hermann Stopsack. Selbst wenn bei einem solch anspruchsvollen Projekt technische oder organisatorische Hürden auftreten, gebiete es der Respekt vor den politischen Gremien, transparent darüber zu informieren, statt Fristen fast ein ganzes Jahr lang kommentarlos verstreichen zu lassen.

Für die FDP-Fraktion bleibt das Zielbild der Hemer-Card – gekoppelt an ein benutzerfreundliches Online-Portal und eine Smartphone-Wallet-Integration – unverändert attraktiv und notwendig. Die Karte soll zahlreiche Angebote in unserer Stadt digital bündeln, z. B.:

  • Freizeit und Kultur: Dauer- und Eintrittskarten für den Sauerlandpark und die Hemeraner Bäder sowie Veranstaltungstickets auf einer Karte.
  • Bildung und Alltag: Integration des Benutzerausweises der Stadtbücherei oder von Mensakarten für die Schulen.
  • Bequeme Verwaltung: Individuelle Konfiguration im Online-Portal, automatische Abo-Verlängerungen und unkomplizierte Bezahlung per Einzugsermächtigung.
  • Stärkung der lokalen Wirtschaft: In einer zweiten Ausbaustufe können der Einzelhandel (etwa durch die Digitalisierung des Hemer-Gutscheins), lokale Unternehmen mit Rabattportalen sowie regionale Medien eingebunden werden.

„Eine integrierte Hemer-Card bzw. Bürger-App schafft nicht nur zeitgemäßen Komfort für die Bürgerinnen und Bürger sowie eine starke Kaufkraftbindung vor Ort, sondern sorgt durch digitalisierte Abläufe auch für spürbare Effizienzgewinne innerhalb der Stadtverwaltung“, betont Stopsack.

Da bereits Ende 2024 konkrete Systemanbieter (wie Plug & Pay bzw. die Smart Region GmbH), positive Signale der Sparkasse Märkisches Sauerland sowie ein erster Kostenrahmen (rund 85.000 Euro einmalige Investitionskosten und ca. 82.500 Euro laufende Jahreskosten) auf dem Tisch lagen, ist der scheinbare Stillstand für die Liberalen nicht nachvollziehbar.

In ihrer Anfrage will die FDP-Fraktion daher vom Bürgermeister wissen:

  1. Wie ist der aktuelle Sachstand bei der Konzeption und Einführung der Hemer-Card?
  2. Aus welchen Gründen wurden die Ergebnisse, die bis Ende 2025 vorliegen sollten, bislang noch nicht präsentiert?
  3. Wann liegen die Zahlen verbindlich vor, damit das Projekt endlich in den anstehenden Haushaltsplanberatungen für 2027 berücksichtigt werden kann?
  4. Ist der Bürgermeister mit dem allgemeinen Stand und der Umsetzungsgeschwindigkeit von Digitalisierungsprojekten in der Hemeraner Stadtverwaltung zufrieden?

Unter dem Leitmotiv „Hemer braucht Tempo“ bleiben wir Freie Demokraten am Ball, damit dieses wichtige Zukunftsprojekt für einen modernen Bürgerservice nicht weiter auf die lange Bank geschoben wird.